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Für den Cup würde Dubai Molen versetzen

Das Emirat möchte nächster Austragungsort werden


Wer den America´s Cup gewinnt, nimmt nicht nur einen Pokal nach Hause, sondern auch viel Verantwortung. Die Regel besagt, dass der Sieger den nächsten Wettkampf in heimischen Gewässern ausrichtet. Dann setzt die „Kanne“ auch ökonomisch kräftige Impulse; entsprechend jubeln Unternehmer und Politiker des Siegerlandes bei der Preisverleihung mit.
Eine Wahl gab es in der Vergangenheit nicht, die Siegerteams hatten stets einen Hafen vor der Tür. Erst das Schweizer Team Alinghi, Sieger im Jahr 2003, musste sich der Standortfrage stellen, da der Genfer See nicht taugt für den Cup. Die Schweizer wählten Valencia, und für Rita Barberá, Bürgermeisterin der drittgrößten spanischen Metropole, ist die Rechnung aufgegangen.
Rund 2 Mrd. € haben Stadt und Region Valencia und der spanische Staat in den letzten drei Jahren in die Infrastruktur investiert. Es galt, für vier Millionen Besucher und geschätzte drei Milliarden Fernsehzuschauer in aller Welt gerüstet zu sein. Dabei sind 60.000 Arbeitsplätze entstanden. Die Universität Valencia und das Zentrum für wirtschaftliche Studien rechnen mit einem Rücklauf von 6 Mrd. € für die spanische Wirtschaft bis 2015. Davon entfallen rund 3,7 Mrd. € auf die Region Valencia.
Auf so einen Effekt hofft auch Dubai, die glamouröse Metropole der Vereinigten Arabischen Emirate. Sie versucht, sich als Austragungsort für einen Act oder den Cup selbst zu profilieren. Anders als Valencia genießt Dubai schon lange die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit und macht mit rekordträchtigen Bauprojekten wie dem 800 Meter hohen Burj Dubai Schlagzeilen.

Note „gut“ für den Trainingsort

Während Valencia erst im Zuge der Cup-Vorbereitung Metro und Flughafen ausgebaut hat und neue Luxushotels geschaffen hat, setzt Dubais Wirtschaft auf Tourismus. „Wir werden hier nächstes Jahr 24.000 neue Hotelzimmer haben“, erklärt Sid Bensalah, Sailing Manager des staatlichen Dubai International Marine Club (DIMC). Seine Aufgabe ist es, Dubai als attraktiven Segelstandort zwischen Europa und Asien zu etablieren.
Die Syndikate Alinghi und Victory Challenge haben hier ihr Wintertraining absolviert und dem Standort die Note „gut“ erteilt. „Für uns waren die Segelbedingungen im Januar perfekt“, sagt Scott McAllister, Operation Manager von Victory.
Wie in Valencia müsste auch in Dubai die maritime Infrastruktur nachgerüstet werden. Jochen Schümann, Sportdirektor von Alinghi, sieht darin jedoch kein Problem: „Momentan gibt es in Dubai keine Marina, die America´s-Cup-Niveau hätte, aber hier wird schnell und viel gebaut.“
Entlang der Küste und auf den Palmen-Inseln sind 40.000 neue Bootsleigeplätze geplant.
Um den Port America´s Cup zu bauen, würde der DIMC einfach seine Außenmole ein Stück ins Meer hinaus versetzen. „Wir wissen, wie man das macht“, sagt Bensalah. Vermutlich würde diese Anlage, ganz im Stile Dubais, die maritime Flaniermeile von Valencia toppen. Welcher Standort den Zuschlag bekommt, entscheidet am Ende aber immer noch der Sieger.

Copyright Text Heike Schwab – Financial Times Deutschland (FTD)
Sonderbeilage SEGELSPORT - 04.Mai 2007

 
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